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Damit setzt die Leuphana einen weiteren Akzent ihrer Geschichtsaufarbeitung. Wie schon ihre Vorläuferinnen Hinterbühne I und II thematisiert auch diese Ausstellung die Verbindung zwischen Lüneburg und Kriegsverbrechen während des 2. Weltkrieges – sowie das systematische Beschweigen dieser historischen Tatsachen nach 1945 bis heute.
Der Titel „Hinterbühne“ verdeutlicht bereits, dass diese Ausstellungen etwas ans Tageslicht zerren wollen, was bisher überwiegend im Verborgenen existierte. Gemeint ist damit der bisher von den offiziellen Institutionen am Ort beharrlich ausgeblendete Beitrag, den Lüneburg zur Stabilisierung der faschistischen Herrschaft der Nazis leistete.
Insbesondere wollen die Ausstellungsmacher_Innen die Rolle Lüneburger Wehrmachtseinheiten, hoher Militärs und maßgeblicher Personen der politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Elite Lüneburgs am 2. Weltkrieg darstellen – und die lokale Erinnerungskultur, die die begangenen Verbrechen nach dem Krieg systematisch verfälschte und verleugnete.
Die Initiative zur Beschäftigung mit diesem düsteren Kapitel der Lüneburger Geschichte ging ursprünglich von Studierenden der Universität aus. Die Tatsache, dass die Leuphana in den Gebäuden der 1936 eingeweihten Scharnhorstkaserne untergebracht ist – und dass die dort ausgebildeten Soldaten z.B. den Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion mitgeführt haben, ist den heutigen Mitgliedern der Uni kaum bekannt.
Um dies zu ändern hatte sich vor einem Jahr an der Leuphana der „Arbeitskreis Gedenkkultur“ gegründet, der seitdem u.a. den „Hinterbühne“- Ausstellungen zuarbeitet.
Eigentlicher Urheber dieser Ausstellungen ist Ulf Wuggenig, Professor der Kulturwissenschaften. Sein Engagement zum Aufbrechen der „Geschichtsblindheit“ an der Uni begründet er mit dem Vormarsch der Neuen Rechten in unserer Gesellschaft – und deren Forderung u.a. nach einer „180- Grad- Wende“ in der Erinnerungspolitik. Wuggenig verweist darauf, dass mit Prof. Runkel ein ehemaliges Mitglied der Leuphana heute der hiesige AFD-Vorsitzende ist.
Ulf Wuggenig war es auch, der die Texte und die Präsentationen verfasste, die jeweiligen Schwerpunkte der Ausstellungen festlegte und die Expert_Innen einlud. Diese erklärten vor allem die militärhistorischen Fakten sowie die Zusammenhänge der verlogenen Erinnerungspflege in Lüneburg – ein Forschungsfeld, zu dem die Leuphana seit Abwicklung des Fachbereiches Neuere Geschichte bisher kaum eigene Beiträge liefern konnte.
Ab März 2017 zeigte die Ausstellung Hinterbühne I dann schwerpunktmäßig die Verbrechen der 110. Infanteriedivision 1944 in Osaritschi /Belarus. Die Lüneburger Stadtväter ließen die Veteranen dieses Wehrmachtsverbandes 1960 am Springintgut ein „Ehrenmal“ für ihre toten Kameraden errichteten – und strickten gemeinsam am Mythos der „sauberen“ Wehrmachtsdivision. Kein Wort davon, dass diese Soldaten in Weißrussland „eines der schwersten Verbrechen der Wehrmacht gegen Zivilisten überhaupt“ (so der Historiker Dieter Pohl) begingen. Die Lüneburger VVN hatte bereits  in ihrer Broschüre zum „Zur Kritik des ´Friedenspfades´“ diese Verbrechen enthüllt. Im Kunstraum der Leuphana belegen jetzt die Forschungsergebnisse des Militärhistorikers Christoph Rass (Uni Osnabrück) eindrucksvoll diese historische Wahrheit.
Am 80. Jahrestag der Zerstörung der baskischen Stadt Gernika , dem 26. April 2017, öffnete dann die Ausstellung Hinterbühne II . Sie befasste sich mit der Lüneburger Verbindung zu diesem Verbrechen, personifiziert vor allem durch Wolfram von Richthofen. Der Chefplaner dieses und späterer Flächen-Bombardements im 2. Weltkrieg hatte zuvor bereits auf dem Lüneburger „Fliegerhorst“ das Kampfgeschwaders 257 aufgestellt und wurde von den Nazis am Ort als heldenhafter Sohn der Stadt vereinnahmt und gefeiert.
Die Eröffnungsveranstaltung für die Ausstellung Hinterbühne III schließlich sollte die örtliche Erinnerungskultur angesichts dieser militärischen Verbrechen zum Thema machen und maßgeblichen Lüneburger Akteuren Gelegenheit geben, sich dazu auf dem Podium zu äußern. Mit verschiedensten Begründungen sagten die Eingeladenen jedoch sämtlich ab, wie Oberbürgermeister Mädge, LZ-Chefradakteur Steiner, der Kommandeur der Bundeswehr in der Theodor-Körner-Kaserne, Parteienvertreter-innen bzw. Abgeordnete von Kreistag und Stadtrat. Einzige Ausnahme: Hiltrud Lotze, SPD-MdB und Mitglied des Lüneburger Kulturausschusses.
So blieb es Prof. Rass vorbehalten, in einem Referat die Rolle der Veteranenverbände in der bundesdeutschen Nachkriegsgesellschaft zu beschreiben und damit auch die Lüneburger „Willkommenskultur“ ihnen gegenüber zu erklären, in der die wirklichen Opfer der Kriegsführung der Wehrmacht keinen Platz hatten. Er ließ keinen Zweifel daran, dass diese Art der Erinnerung nicht länger geduldet werden dürfe.
Während Lüneburger Offiziellen der Weg zur Leuphana offenbar zu weit schien, war Dr. Aliaksandr Dalhouski von der Geschichtswerkstatt „Leonid Lewin“ extra aus Minsk nach Lüneburg gekommen, um auf der Eröffnungsveranstaltung von der dortigen Erinnerungsarbeit zu berichten. Er regte an, die gemeinsam mit deutschen Wissenschaftler-innen erarbeitet Wanderausstellung „Vernichtungsort Malyj Trostenez. Geschichte und Erinnerung“ nach Lüneburg zu holen. An diesem Ort unweit von Minsk haben die Nazis zwischen 1942 und 44 mehrere Zehntausend Menschen ermordet. Viele der überwiegend jüdischen Opfer waren zuvor von Hamburg, Frankfurt, Berlin und anderen deutschen Städten aus zunächst ins Ghetto von Minsk deportiert worden – darunter auch aus Lüneburg.
Gerade auf diese Verbindung zwischen Lüneburg und Minsk während des 2. Weltkrieges macht „Hinterbühne III“ ihre Besucher_innen ebenfalls aufmerksam. Die Ausstellungstexte entlarven dabei einmal mehr die täterempathische Perspektive des Lüneburger „Friedenspfades“, dem bei seiner 20. Station zu Minsk lediglich einfällt, dass nahe dieser Stadt eben die 110. Infanteriedivision 1944 „eingekesselt und vernichtet“ worden sei. Ulf Wuggenig dagegen hat Luftaufnahmen aus dem privaten Fotoalbum von Wolfram von Richthofen ausgemacht: Sie zeigen das zerstörte Minsk, dessen Häuserbestand durch Bombardierungen der deutschen Luftwaffe schon kurz nach dem Überfall 1941 zu 80% zerstört wurde.
Für den kommenden Herbst haben die Ausstellungsmacher_innen bereits „Hinterbühne IV“ im Blick. Es ist sehr erfreulich, dass jetzt auch die Universität ihren Teil dazu beitragen möchte, die verborgenen Geschichten von Lüneburg ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.  
Ausstellung Hinterbühne III,
ab 15. Juni bis 6. Juli 17 (Di – Do, jeweils 14 – 18 Uhr),
Leuphana, im Gebäude 10, im Kunstraum, Campus Halle 25 und im Keller von Gebäude 7

Ra

Fotos von der Eröffnung

Aktuelles


Termine für die nächsten Tage
 
21.April 2019, 17.00 Uhr Rathaus Uelzen
Kein Platz für völkische Musik in Uelzen
Kein Bock auf Frei.Wild!
Keine Bühne für völkischen & nationalistischen Identitätsrock!
Aufruf zu einem Friedensmarsch

19. - 21.4.  Dorfmark, vorm Bahnhof
Beginn jeden Tag 13.00 h
Osterproteste gegen die rassistischen Ludendorffer

19.04. Mahnwache
20.04. Konzert gegen Ludendorffer
21.04. Demo
PDF-Download Flyer

22.04.2019, 12.00 Uhr Ostermarsch Hamburg
Sankt Georg-Kirchhof
PDF-Download Aufruf Hamburger Forum

22.04. 2019, Colbitz Marktplatz 11.55 h, Letzlinger Heide
Ostermarsch-Kundgebung
für den Widerstand aus der Lüneburger Heide spricht CharlyBraun
PDF-Download Aufruf OFFENeHEIDe

1.Mai  Auf die Straße für ein solidarisches & gerechtes Europa
10.00 Uhr Demo ab Theater
Kundgebung auf dem Lambertiplatz 10.30 Uhr
PDF-Download Aufruf DGB Region Nord-Ost-Niedersachsen

04.05.2019, 20.00 Uhr mosaique, Lüneburg,  Katzenstraße 1
Konzert Heinz Ratz  und "Strom und Wasser"
Im Rahmen der Initiative "1 Million gegen Rechts"
Zur Website von strom-wasser-eine-million-gegen-rechts


 
logo_fridays_for_future_lueneburgFridays for Future Lüneburg / Uelzen

Letzten Freitag forderten 400 Menschen in Uelzen, dass sofortiges Handeln nötig ist, um die Auswirkungen des Klimawandels zumindest noch abmildern zu können.
Das schreibt die Uelzener Allgemeine Zeitung in ihrer Online-Ausgabe zur ersten Fridays for Future Demonstration in Uelzen:                                       Zum Artikel der AZ-Online
2019_04_06                                                                                       pg

"Es ist nicht mehr fünf vor Zwölf, es ist Zwölf!"
Jugendliche verschärfen Gangart - Protest im Bundestag
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Am 15. März wurde global in mehr als 50 Ländern gestreikt!
Das war der "friday for future" in Lüneburg, online auf der Website der Falken Lüneburg:

Freispruch für Ramadan - ABER!                 
Der wegen versuchten Todschlags angeklagte Ramadan Abubaker Yahia wurde heute frei gesprochen.
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 Nazis fühlen sich augenscheinlich von einem ermordeten Sintijungen bedroht

 Seebrücke schafft sichere Häfen

Rettungsschiff Mittelmeer

 

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Rechte Netzwerke in Bundeswehr, Polizei und Behörden
Die Zeitschrift Telepolis fasst die aktuelle Situation treffend zusammen und beschreibt ein bedrohliches Szenario:

Zur Arbeit der Planungsgruppe für die Diskussionen um die Lüneburger Gedenkkultur
Die Planungsgruppe wird geleitet von Frau Dr. Düselder. Die Mitglieder der Gruppe bereiten die inhaltliche, organisatorische und personelle Arbeit im Rahmen der Neuausrichtung der Lüneburger Gedenkkultur vor. Dabei hatte sich das Gremium u.a. auf den Historiker Johannes Heer als vortragenden Fachmann im sogenannten Symposium geeinigt. Herr Raykowski von der VVN-BdA wurde gebeten, ihn einzuladen. Nachdem J. Heer seine Teilnahme bestätigt hatte, wurde er von Frau Dr. Düselder ohne Rücksprache mit den Mitgliedern der Planungsgruppe mit nicht nachvollziehbaren Begründungen wieder ausgeladen. Im Folgenden veröffentlichen wir den Brief, den wir in diesem Zusammenhang an die Leiterin der Planungsgruppe geschrieben haben, um zu verdeutlichen, dass augenscheinlich die inhaltliche Diskussion zum Thema von vornherein in eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll.
                                                                          zum Brief

     So lief das Bürgerforum zur Lüneburger Gedenkkultur

Im Rahmen des Organisationsformats "Worldcafé" diskutierten ungefähr 80 BürgerInnen zur Gedenkkultur in Lüneburg.

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Kritik am neuen Text auf der Gedenktafel für die 110.ID in Lüneburg

Dazu Texte

von    VVN-BdA-Lüneburg

 

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