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Unsere Stellungnahme zu Erinnerungskultur und Deutungshoheit



In ihrer Stellungnahme zum Antrag der Linken, ein Forum zur Erinnerungskultur auf den Weg zu bringen, teilt die Lüneburger Verwaltung ihre Bereitschaft diesen Vorschlag aufzugreifen mit und die Federführung dazu der Museumsstiftung zu übertragen. 
Auf den ersten Blick sieht es somit aus, als ob die Stadt sich nunmehr unter dem Druck der Entwicklungen der jüngeren Zeit (Klagen gegen die Stadt, Arbeitskreis Uni u.a.) öffnet, um den aktuellen Anforderungen an eine zeitgemäße Erinnerungskultur in Lüneburg Rechnung zu tragen.

Über weite Passagen hinweg liest sich die Stellungnahme jedoch wie die unbeabsichtigte Bestätigung all dessen, was wir seit Jahren an der offiziellen Erinnerungskultur der Stadt kritisieren. Die Autoren der Stadt leben offenbar nach wie vor in ihrem eigenen Universum. Die Jahrzehnte zurückreichende Ignoranz der Stadt gegenüber Kritik an der althergebrachten stadtoffiziellen Erinnerungskultur wird nun zu einem Generationenkonflikt umgedeutet. Das hört sich vielleicht gut an, trifft aber nicht den Kern des Problems. Festzustellen, dass jede Generation ihre eigene Sicht auf die Historie habe ist zwar richtig, hilft aber im vorliegenden Fall nicht weiter.


In Lüneburg haben wir das Problem, dass über die Jahrzehnte hinweg bis in die Gegenwart, der Geist und die Sichtweise von alten Nazis, kalten Kriegern und Militaristen die Lüneburger Gedenkkultur bestimmen. Neben den Antifaschis_tinnen und Antimilitaris_tinnen jeden Alters war es gerade die Generation der Achtundsechziger, die gegen diese Tradition aufbegehrte und die eine andere Sichtweise und eine andere Haltung gegenüber Kriegerdenkmalen verbunden mit falschem Heldenpathos usw. an soldatischem Pathos einforderten.


In der alten BRD führte das immerhin dazu, dass Bundespräsident Weizsäcker in seiner Rede von 1985, wonach die Kapitulation Hitlerdeutschlands 1945 nicht nur als Niederlage, sondern eben und gerade als Befreiung von der Terrorherrschaft der Nazis zu sehen ist. Seitdem hat es in vielen Städten ein Umdenken in der Gedenk- und Erinnerungskultur gegeben. Viele der militaristischen, den Krieg und den Soldatentod mystifizierende Denkmale wurden kritisch bearbeitet und in einen neuen Kontext gestellt. So konnte wenigstens in Ansätzen den von den Nazis verfolgten, gequälten und ermordeten Menschen Gerechtigkeit entgegengebracht werden. In Lüneburg dagegen verharrte man über Jahrzehnte hinweg in einer selbstgewählten Blockade. Die Mehrheit des Stadtrates verweigerte sich gegenüber Anregungen und Forderungen nach Veränderung in der Lüneburger Denkmal Kultur und gewährleistete stattdessen den Fortbestand militaristischer Kriegerdenkmäler - insbesondere auch denen aus der Nazizeit.

                                                                                                                          

 Foto: Fliegerdenkmal an der Lindenstraße

In ihrer jetzigen Stellungnahme zum Antrag der Linken begründet die    Verwaltung ihren jahrelangen Widerstand gegen jegliche Kritik mit dem Hinweis, man hätte auch damals schon nicht den Ansatz gehabt, Geschichte oder Gedenkorte zu entfernen, sondern die Hintergründe dazu zu verdeutlichen.“

Die Realität sah allerdings anders aus. Das in den achtziger Jahren häufiger attackierte und beschädigte Fliegerdenkmal des Löwengeschwaders, KG 26 an der Lindenstraße wurde seitens der

Stadt abgebaut. Statt die Attacken gegen dieses Denkmal als Anstoß für eine neue Erinnerungskultur zu nutzen, wurde es 2001 abgebaut und für die Öffentlichkeit unzugänglich auf dem Gelände der


Theodor-Körner-Kaserne wieder aufgestellt (als Input für die nachfolgenden Generationen von jungen Soldaten oder wozu?) Von kritischer Erinnerungskultur keine Spur - vielmehr ein schlichtes weiter so...
Leider mangelt es der aktuellen Stellungnahme der Stadt in weiten Teilen an der nötigen Ernsthaftigkeit gegenüber dem Thema Erinnerungskultur. Wie schwer sich die Stadt tut, konnten alle Interessierten über Jahre hinweg an dem unwürdigen Stillstand beim noch zu schaffenden Gedenkort Synagoge erleben. Besonders drastisch offenbart sich das Dilemma der Stadt hinsichtlich ihrer Erinnerungskultur aber beim „Friedenspfad“ der Manzke – Stiftung. Hier übertrug die Stadt per Ratsbeschluss einer privaten Stiftung das Recht unter der irreführenden Bezeichnung: „Friedenspfad“ an 24 Denkmälern bzw. Gedenkorten, die sich fast alle im innerstädtischen Bereich befinden, Tafeln zu errichten und diese mit „erläuternden“ Texten nach Gutdünken zu versehen. Da fragt man sich doch, wie kann man einer privaten Stiftung die sich unter völliger Kontrolle der ortsansässigen Unternehmerfamilie Manzke, die auch Funktionen in CDU innehat, die alleinige Deutungshoheit über diese Denkmäler übertragen?

Wenn sich in Lüneburg tatsächlich etwas positiv verändert hat, war und ist das weniger der Stadt zu verdanken, als vielmehr der Initiative einzelner Personen und Gruppen. Der erste Stolperstein z.B. wurde im Juli 2009 zur Erinnerung an die Ermordung des ehemaligen Beamten der Bezirksregierung, Nazi- Gegner und KZ-Häftling Hermann Reinmuth auf Initiative der Geschichtswerkstatt am Ochsenmarkt verlegt. Die Einrichtung der vorbildhaften Euthanasie Gedenkstätte der Psychiatrischen Klinik Lüneburg (PKL) ist dem unermüdlichen und kompetenten Einsatz dort verantwortlich tätiger Personen in Zusammenarbeit mit anderen Lüneburger Institutionen zu verdanken. Eine Vielzahl von Veröffentlichungen zu Themen Lüneburger NS-Geschichte hat die VVN-BdA in den vergangenen Jahren herausgebracht und damit einen wichtigen theoretischen Grundstein für eine zukünftige Erinnerungskultur gelegt.


Foto: Einweihung des Dragonerdenkmals im heutigen Clamartpark 28. Mai 1939

 

Vielleicht kann die Öffentlichkeit von der Stadt allein keine kritische Aufarbeitung ihrer Versäumnisse der zurückliegenden Jahrzehnte erwarten. Erwarten können wir aber eine reflektiertere Stellungnahme und aufgeschlossene Unterstützung bei der Schaffung einer fortschrittlichen Erinnerungskultur, die sich weg vom Heldengedenken hin zur Schaffung von Lernorten orientiert.

 

Wie, du bist nicht bei whatsapp ????????


22.01.2021, 15:00 Uhr, KUNDGEBUNG: Femizide Benennen! Patriarchale Gewalt stoppen!
Lüneburg, Marktplatz

27.01.2021, 19:00 Uhr, Gedenkveranstaltung Befreiungstag von Auschwitz
Lüneburg, Wandrahmpark

  Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungs- lager Auschwitz durch Soldat:innen der Roten Arme befreit. Damit fand der Massenmord vor allen an den europäischen Jüdinnen und Juden durch die Nazis ein Ende. In Auschwitz wurden eineinhalb Millionen Menschen ermordet. Als die Rote Armee Auschwitz befreite, fand sie nur mehr 7500 überlebende Häftlinge vor. Am internationalen Gedenktag findet die Lüneburger Veranstaltung in diesem Jahr im Wandrahmpark statt.

27.01.2021, „Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten“ – Digitale Lesung aus Victor Klemperers Tagebuch 1933 bis 1945  zum Gedenken an den 27. Januar 1945
  Zur Erinnerung an die Geschehnisse von damals und als Mahnung an die heute Lebenden, haben die Hansestadt und das Museum Lüneburg eine digitale Gedenkveranstaltung vorbereitet, die ab Mittwoch, 27. Januar 2020, über den Youtube Kanal des Museums sowie auf der städtischen Internetseite abrufbar sein wird.
 

 
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Esther Bejarano warnt auf Spiegel-Online eindringlich vor der weiteren Rechtsentwicklung in der BRD
 
 

12. Kalender-soziale-Bewegung 2021 ist da
 
12. Kalender-soziale-Bewegung 2021 ist erschienen.
Näheres hier:

Neuer Termin:
Spiel Zigeunistan

13.02.2021, geplant um 18:00 Uhr, SPIEL ZIGEUNISTAN, Autorenlesung mit Musik mit Christiane Richers (Text) und Kako Weiss (Saxophon)
Lüneburg, vsl. als
Streaming

Weitere Informationen auf der Seite vom Theater am Strom


Verschoben - eventuell im Herbst

06.02.2021, 19.30 Uhr,  «ROSA BEGEGNEN - Textpartitur zur Geschichte einer Hamburger Sintiza »
Theater Bostelwiebeck, Bostelwiebeck 24, 29575 Altenmedingen, Kartentelefon   05807 979971

Nähere Informationen auf der Seite vom Theater am Strom


Verschoben in das Jahr 2021

01. bis 14. 11.2020, Franz Holländer!  Beitrag der Falken-Gruppe „Rot ist mehr als eine Farbe“ im Rahmen der Ausstellung zum Thema “Erinnern / Vergessen” im Heinrich-Heine-Haus

Lüneburg, Heinrich-Heine-Haus, Am Ochsenmarkt 1

Hier ein Eindruck über die Arbeit der Falken-Gruppe mit Timelapse(Zeitraffer)-Video

Franz Holländers Wirken in einem Gedenktext zu seinem 25. Todestag


ABGESAGT neuer Termin unter Vorbehalt 04.04.2021

01.11.2020, 14:00 Uhr, Welt-Kobanê-Tag: „From Kobane To The World: Rise Up Against Fascism – Rise Up For The Revolution!“
Lüneburg Am Alten Kran (Stintmark)

Die Veranstalter*innen schreiben dazu:

Angesichts der immer weiter steigenden Infektionszahlen, sagen wir unsere geplante Kundgebung zum Welt-Kobane-Tag am 1. November 2020 ab. Da wir nicht abschätzen können wie sich die Situation entwickeln wird, tun wir dies aus Vorsicht und mit Verantwortungsbewusstsein. Wir halten es für erforderlich, nicht dazu beizutragen, das Menschen möglicherweise gefährdet werden und das Gesundheitssystem noch weiter belastet wird. Hier gilt unser Dank und unsere Solidarität den Kolleg*innen in den Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Wir werden unsere Kundgebung alsbald nachholen und denken der 4. April wäre ein guter Tag dafür.
 
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Die Stadt Kobanê liegt im Norden Syriens, in Rojava, und ist das Symbol der kurdischen Freiheitsbewegung gegen den Faschismus. Nach der Umzingelung der Stadt durch den sogenannten IS im Spätsommer 2014 wurde Kobanê am 1. November 2014 befreit. 134 Tage lang leistete die Stadt einen historischen Widerstand. Verteidigt wurde dabei das revolutionäre Modell, das auf basisdemokratische Strukturen, Frauenbefreiung, Ökologie und Geschwisterlichkeit der Völker beruht. Anlässlich des diesjährigen Welt-Kobanê-Tag ruft die internationale Kampagne Riseup4Rojava zu einer weltweiten Aktionswoche unter dem Motto „From Kobane To The World: Rise Up Against Fascism – Rise Up For The Revolution!“ vom 01. bis 08.11.2020 auf.

Die Kundgebung in Lüneburg findet im Rahmen der Aktionswoche statt und soll Ausdruck unserer Solidarität sein:

Aufruf und Infos zu Kundgebung:
https://www.facebook.com/events/2677910052459295/

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Unterstützung für unser Scala-Kino
   "Als unabhängiges Kulturunternehmen trifft uns die Schließung nicht nur emotional, sondern auch wirtschaftlich hart. Viele Existenzen sind mit unserem Kinobetrieb verbunden, neben unseren eigenen Mitarbeiter*innen trifft die Schließung zahllose Kulturschaffende in der Filmwirtschaft, Lieferanten, Partner und Nachbarn. Wir können nur hoffen, dass diese Krise schnell überstanden ist und wir bald wieder öffnen können." - Schreiben die Kinobetreiber*innen auf der Website.
DESHALB:
    Immer wieder konnten wir uns und andere politisch aktiven Gruppen aus Lüneburg sich in der Vergangenheit der Unterstützung des Scala-Kinos sicher sein. Das ganze Jahr über bot das Kino kontinuierlich Filme von höchster politischer und kultureller Brisanz. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Jetzt ist es Zeit, das Scala-Kino zu unterstützen. Das geht mit dem Kauf eines Gutscheins:
https://www.scala-kino.net/gutschein

pg


 

 
Plakat Esther Bejarano

Befreiung – Was sonst!
Wir fordern zusammen mit Esther Bejarano
einen bundesweiten Feiertag am 8. Mai.
Hier geht es zur Petition:    

https://www.change.org/8Mai

 

 

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