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Ein unsägliches Denkmal

Viele Deutsche empfanden den Sieg der Alliierten am 8. Mai 1945 als Niederlage und nicht als Befreiung vom Faschismus. Die maßlosen Verbrechen der Nazizeit wurden vielfach verdrängt, wenn nicht gänzlich geleugnet. In den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen sahen viele eine „Siegerjustiz“, die vermeintlich unschuldige deutsche Soldaten willkürlich bestrafe.

Wie bei vielen ehemaligen Wehrmachtseinheiten organisierten sich nach 1945 auch frühere Angehörige der 110. I.D. in einem Traditionsverband, der die eigene Kriegsführung zum heldenhaften „Kampf zum Schutz der Heimat gegen den Bolschewismus“ (Divisionsgeschichte) umdeutete und eigene Kriegsverbrechen wie bei Ozaritschi verschwieg.

In Lüneburg wurden die Kriegsveteranen durch die Verantwortlichen in der Verwaltung und im Rat mit offenen Armen willkommen geheißen; Lüneburg wurde zur Partnerstadt für diese ehemaligen „110er“. Bis in die 90er Jahre hielten sie in Lüneburg regelmäßige Versammlungen ab, stets begrüßt von Repräsentanten der Stadt und Abordnungen der Bundeswehr.

1960 gestattete die Stadt Lüneburg dem Traditionsverband, hier am Wallaufgang sein sog. „Ehrenmal“ für die gefallenen Soldaten der 110. I.D. aufzustellen. Darüber hinaus versprach die Stadtverwaltung, dieses Denkmal stets in Ehren zu halten und würdig zu pflegen.

Als „Ehrenmal“ konzipiert, setzt der 110er-Stein kein Zeichen gegen den Krieg und für den Frieden. Auch ist er nicht einfach Ausdruck von Trauer für die getöteten Soldaten. Vielmehr stilisiert das Denkmal die Division aus Lüneburg und die Wehrmacht insgesamt zum Opfer - unter Verschweigen der eigenen Verbrechen und des von Deutschland ausgegangenen Vernichtungs-krieges.

Die Stadt Lüneburg lehnt dieses Denkmal ab. Das darin zum Ausdruck kommende Leugnen von Verantwortung ebenso wie sein militärischer Geist können keinen Vorbildcharakter haben.  

Aktuelles


 Tagesordnung Kulturausschusssitzung

Tag X – 18 Uhr – Marktplatz – Lüneburg



Auf die Straße am Tag der Verkündung des Urteils im NSU-Prozess - auch in Lüneburg.

Neueste Variante des Schöffenskandals:
Die Grünen: "
Ratsbeschluss ungültig!"
 

Einspruch: Nie wieder Nazis auf Richterbänken! Für ein Recht der
Menschenwürde!

Das Lüneburger Netzwerk gegen Rechts ruft zu einer Einspruchskampagne gegen die
mögliche Zulassung von zwei extrem rechten Personen als
Schöffen auf. Die Einsprüche
müssen bis zum 18. Juni beim Amtsgericht eingegangen
sein. Entweder schickt sie per
Post oder gebt sie direkt dort ab. Ihr
könnt euren Einspruch dort auch vor Ort zu Protokoll geben.
Einspruchvordruck pdf-download
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We(h)r macht Traditionen in der Bundeswehr?
Braunes Erbe und rechte Strömungen in der Truppe
flyer_veranstaltung

Vortrag von Lucius Teidelbaum, Journalist und Buchautor
Mo. 11. Juni 2018 19.30 Uhr
Glockenhaus, Lüneburg Eintritt frei


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